Das Publikum sitzt erwartungsvoll, die
Teller fast leergegessen,
die Gläser wohl gefüllt, als drei Herren
in dunklen Anzügen
und mit riesigen Sonnenbrillen den Raum betreten.
Keine Krawatten, den obersten Hemdknopf geöffnet.
Sie betreten die Bühne und wenden sich dem Publikum zu.
Es ist respektvoll still, alle halten den Atem an.
Gesichter wie fleischgewordene Fahndungsplakate.
Sie beginnen ihren Auftritt mit einem Sakrileg:
Sie stecken sich Zigaretten an, einer sogar zwei.
Dann geben sie erste Geräusche von sich
und jetzt merkt es auch der Letzte im Saal:
Das sind drei prächtige Samen.
Sie sind angetreten, uns die Kultur der Samen
näher zu bringen, die viel mit Ritualen zu tun hat.
Sie kommunizieren mit einer Art natürlicher Gebären,
hier z.B. sieht man die Gebärde für Nokia
Die tendenziell traurigen Lieder handeln von der
Mannwerdung der Samen und vom Fangen und
Zubereiten des wilden Lachses.
Weibliche Samen werden in den Liedern nur im Zusammenhang mit
der Paarung erwähnt, da sie es offenbar vorziehen, den ritualisierten
Männern möglichst schnell zu entkommen, was zu einem
Bindungsproblem für paarungswillige, männlichen Samen führt.
Auch an diesem Abend zogen sie alle Register,
den anwesenden Damen zu gefallen, inklusive
der riskanten Zubereitung des wilden
Lachses auf offener Bühne.
Der wilde Lachs ist so gefährlich, dass er vor
dem Verzehr in einen festen Mantel aus Panat
gesperrt werden muss.
Erst dann lässt er sich gefahrlos genießen.
Keine Pause ohne Sauna.
Da können die Chippendales aber einpacken.
In rituellen Trachten zeigten sie
eindrucksvolle Tanzeinlagen
im Sitzen
sangen traurige, aufwühlende Lieder
voller Melancholie
und unterdrückter Begierde.
Mika, spiel er einen!
very, very sad
Reisende Samen sind immer auf
der Suche nach
willigen, weiblichen Nicht-Samen, denen sie
dann
mächtig den Hof machen.
Und vor
und step
und tscha tscha tscha!
Another very sad song...
Dann zogen sie nochmal blank...
und beendeten einen großartigen, verrückt witzigen Abend.
Näkemiin.
Fotos: Uli Riedel-Krug Bearbeitung: Rainer Krug

















































